Svafdûn

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Svafdûn


Region Südthorwal
Jarltum Jarltum Neues Land (Nyrs Land)
Regent Hetmann Thurek Hardredson
Einwohner um 520
Garnisonen tba.
Tempel Swafnir, Traviaschrein


Mit freundlicher Genehmigung der
Ulisses Spiele GmbH

Inhaltsverzeichnis

Historie

Mit den ersten Siedlungen im Bodirtal, die gemeinsam von Thorwalern und Mittelreichern gegründet wurden, entstand rund 1.900 Jahre nach Jurgas Landung der Küstenort Svafdûn. Der starke mittelreichische Einfluß zu dieser Zeit schlägt sich auch heute noch in der Bauweise einiger Gebäude des Dorfes nieder, die von Familien jener Herkunft bewohnt werden.
Anfangs siedelten sich neben thorwalschen Fischerfamilien vor allem Bauern in Svafdûn an, die den für diese Region sehr fruchtbaren Boden für den Ackerbau zu nutzen wussten. Mitunter war auch eine Ottajasko lange Jahre hier ansässig, die sich die „Sturmbanner“ nannten und ihrem Namen in der Zweiten Seeschlacht von Salza alle Ehre machten. Legenden zufolge brach auch die Sturmbanner-Ottajasko einst zu einer Raubfahrt gen Süden auf, von der sie jedoch nie mehr zurückkehrte – es wurden keinerlei Spuren gefunden, die auf das Schicksal der Schiffsgemeinschaft schließen lassen.
Noch heute erinnert ein Runenstein am Strand Svafdûns an die Seuchen, die vor mehr als 400 Götterläufen ganze Landstriche Thorwals dahin rafften – rund die Hälfte der damaligen Dorfbevölkerung soll dem Blutigen Rotz und der Blauen Keuche erlegen sein. Ansonsten ist von der älteren Geschichte des Küstenorts, der lange Zeit unter wechselnden Herrschaftsverhältnissen und den Kriegen der angrenzenden Königreiche Nostria und Andergast zu leiden hatte, nicht viel überliefert. Erst wieder aus dem Jahr 2.537 nach Jurgas Landung weiß man zu berichten, dass Svafdûn ob seiner günstigen Lage an der Küstenstraße von Thorwal nach Salza zu florieren schien, wie die Legende des „Schuster von Svafdûn“ belegt.
Erst in jüngster Vergangenheit erfuhr das Dorf neuerlich Beachtung, als es im Jahr 2.650 nach Jurgas Landung rund 100 Flüchtlingen aus dem an die Nostrier gefallenen Kendrar einen Unterschlupf bot. Auch nach der zwei Jahre später geglückten Rückeroberung Kendrars blieb mancher in Svafdûn wohnen und baute sich in diesem geruhsamen Nest eine neue Bleibe auf.

Lage

Svafdûn liegt am Siebenwindigen Meer, rund 80 Meilen sijdlich Thorwals sowie rund 60 Meilen firunwärts von Kendrar direkt an der die beiden Städte verbindenden Küstenstraße. Letztere stellt landseitig sicherlich den einfachsten Zugang nach Svafdûn dar, wenngleich die Straße in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung und damit auch Qualität eingebüßt hat – nahezu jeglicher Handel zwischen Thorwal und den im Sijdan gelegenen Handelsstädten findet seeseitig bzw. über den Heidestieg statt, der von Kendrar über das Hinterland bis fast vor die Tore Thorwals führt. Der Trampelpfad, welcher Svafdûn mit dem rund 45 Meilen östlich gelegenen Oberluell verbindet, ist kaum der Rede wert, da nicht für den Handel gangbar. Weitere Nachbarorte von Bedeutung sind Efferdûn (rund 30 Meilen entfernt) im Norda sowie Lerpin (rund 25 Meilen entfernt) im Sijdan.
Über das Meer ist Svafdûn in rund einer halben Tagesreise von Thorwal wie auch von Salza aus erreichbar.
Im neu gegründeten thorwalschen Staat zählt Svafdûn zum Jarltum Neues Land (Nyrs Land), das der Region Südthorwal angehört.

Landschaft und Klima

Svafdûn liegt eingebettet in eine flache Küstenlandschaft, die sich von Varnheim bis Salza und sogar noch darüber hinaus erstreckt. Im Hinterland erhebt sich sanft gewelltes Heideland, von vielen Rechtmeilen urbar gemachten Landes durchzogen, zu den kleineren Hügeln der Oberlueller Heide. Vom sumpfigen Boden der sijdlich gelegenen Ingvaller Marschen spürt man in dieser Gegend noch nichts, so dass – dem gemäßigten Klima sei Dank – die Bedingungen für einen ausgeprägten Ackerbau recht günstig sind. Auch die Winter im Sijdan Thorwals sind gerade noch mild genug, um den nahrhaften Küstenboden nicht zu zerstören. Wenngleich die Temperaturen hier nicht gar so frostig werden wie in Olport, so sorgt doch ein rauher Wind vom Meer her für unangenehme Witterung an manchen Wintertagen. Das erste größere Waldstück findet man rund 10 Meilen in Richtung Ostion auf einer leichten Erhebung.

Ortsbild

Der erste Eindruck des Dorfes ist bei weitem nicht so wehrhaft, wie man es von den Orten im Norda oder zu den Orklanden hin gewohnt ist. Die weitgehend heruntergekommene Palisade umgibt lediglich den Kern des Ortes, einige Gehöfte und Ottaskins stehen auch außerhalb des eigentlichen Dorfes. Während des Besetzung Kendrars durch die Nostrier im Jahr 2650 nJL wurde zwar an vereinzelten Stellen eine Ausbesserung der Palisade begonnen, doch letztlich nie intensiver verfolgt.
In der näheren Umgebung Svafdûns grasen friedlich die Schafe in den Hügeln, während die Schweine es sich in den Koben der Höfe bequem gemacht haben, wenn sie nicht zur Eichelmast in die nahen Auhaine getrieben werden. Prägend sind vor allem die fruchtbaren Felder, auf denen Getreide und einige Gemüsesorten angebaut werden. Am sijdlichen Rand der Siedlung befinden sich einige Holzbaracken, die während der nostrischen Besetzung der Ingvaller Marschen den Flüchtlingen notdürftige Unterkunft boten. Inzwischen stehen sie meist leer und verfallen oder werden als Viehstallungen genutzt.
Innerhalb der Palisade stehen die strohgedeckten Holzhäuser den einzelnen Familien und Sippen zugeordnet in Gruppen zusammen, so dass sich dem Betrachter das Bild eines großzügig angelegten Dorfes bietet. Reich mit allerlei Schnitzwerk verzierte Langhäuser stehen neben Häusern im nostrischen und mittelreichischen Stil, was den Einfluss der Südländer aufzeigt, die sich immer wieder – Frondienst und Kriegswirren ihrer alten Heimat leid – in diesem freien, fruchtbaren Land niederliessen. Zwischen den Häusern und Höfen verlaufen hölzerne Bohlenwege, die auch bei schlechtem Wetter den Gang zu Fuß erlauben, ohne dass schlammverklebte Schuhe zu fürchten sind.
Einen richtigen Dorfmittelpunkt gibt es in Svafdûn aufgrund der recht zersplitterten Ansiedlung der Häuser und Höfe – über deren Ursache weiter unten noch zu reden sein wird – nicht. Daher ist es zumeist der breite Strand, der als Ort für größere Versammlungen, Feste oder auch den freien Markt dient, der jeden Mond einmal abgehalten wird. Da der größte Teil des Handels mit Schiffen abgewickelt wird, gibt es einen kleinen Hafen, der mit zwei Anlegern ausgestattet ist. Ein breiter hölzerner Steg führt einige Schritt ins Meer hinaus und bietet daher auch den tiefergängigen Schiffen der Südländer Rechnung.
Auf die sogenannten „Schmähsteine“, die sich in und um Svafdûn auffällig oft finden, wird weiter unten noch einzugehen sein.

Bewohner

Wie im Großteil der Region Südthorwal ist auch in Svafdûn das Gros der Bewohner thorwalscher Abstammung, wenngleich der Anteil etwas höher ist als noch vor einigen Wintern. Dies liegt mitunter an den Kämpfen um Kendrar und die Ingvaller Marschen, die Svafdûn zwischenzeitlich rund 100 thorwalsche Flüchtlinge bescherten, von denen manche geblieben sind und sich hier gut eingerichtet haben. Die letzte Zählung im Jahr 2.657 nJL ergab 527 Mannen, Frauen und Kinder, von denen jeder Fünfte nicht-thorwalscher Herkunft war.
Eine Ottajasko ist in Svafdûn seit mehr als 200 Wintern nicht mehr beheimatet, jedoch gibt es eine Vielzahl an Sippen und Familien im Ort. Die Größte darunter, mit rund 80 Angehörigen, ist die Leifswandtje-Sippe, welcher auch Hetmann Thurek Hardredson und sein Vorgänger Hjaldar Thurboldson entstammen. Die Leifswandtjes bewohnen etliche Gehöfte und Langhäuser im Ortskern, die allesamt recht nah zusammen liegen. Man bewirtschaftet einen großen Teil der Ackerflächen um Svafdûn und nennt zwei Knorren sein Eigen, die stets auf Handelsfahrten unterwegs sind. Außerdem blickt die Sippe auf die längste nachweisbare Mitgliedschaft in der Dorfgemeinschaft zurück und lässt auch kaum eine Gelegenheit aus, dieser vorgeblichen Tatsache Gehör zu verschaffen. Für die Leifswandtjes ist es daher eine Selbstverständlichkeit, bereits seit fünf Generationen in Folge den Hetmann zu stellen – schließlich ist man ja so etwas wie das Urgestein Svafdûns.
Diesen selbsternannten Herrschaftsanspruch teilen aber bei Weitem nicht alle Bewohner des Dorfes, allen voran die Halaferd-Sippe mit ihren 35 Anhängern. Die Halaferds bewohnen mehrere zusammen liegende Gehöfte etwas außerhalb Svafdûns nördlich der Palisade an der Küstenstraße nach Efferdûn und betreiben dort erfolgreich ihre Schaf- und Schweinezucht. Die Sippe soll nach mündlichen Überlieferungen vor rund 100 Wintern von den Olportsteinen nach Svafdûn gekommen sein, wobei man sich über die Gründe der Umsiedelung ausschweigt. Dies ist umso verwunderlicher, als gerade dies die Zeit war, in der mit Hyggelik und Hardred zwei Hetleute eine bedeutende Episode des Konfliktes zwischen Nord- und Südthorwal einläuteten. Dieser immer noch fortdauernde Konflikt zwischen den Regionen ist auch in Svafdûn präsent, da die Leifswandtjes und die Halaferds bis heute nur schwerlich miteinander auskommen können. Der etwas abgeschiedenen Lage der Halaferd’schen Gehöfte ist es zu verdanken, dass es nur selten zu offenen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der beiden Sippen kommt.
Unter den zahlreichen Familien seien vor allem die Wulfensons mit ihren Andergaster Vorfahren genannt, welche in langer Tradition eine Schlachterei betreiben und den würzigen und über die Region hinaus bekannten Svafdûner Landschinken herstellen.

Persönlichkeiten

Thurek Hardredson, Hetmann von Svafdûn

Wie auch schon sein Vorgänger im Amt des Hetmanns, gehört Thurek der Leifswandtje-Sippe an. Der 45 Winter zählende Hetmann bekleidet sein Amt nun seit bald 10 Jahren und hat Svafdûn mit dem Krieg um Kendrar und die Ingvaller Marschen durch schwere Zeiten geführt und sich darin bewiesen. Dies sichert ihm zumindest eine gewisse Autorität, die auch die Halaferds anerkennen und die anfänglichen Unkenrufe nach seiner Wahl alsbald einstellten – doch wehe dem, Thurek tritt eines Tages ab – dann werden auch die Halaferds wieder alles daran setzen, einen Nachfolger aus ihren Reihen an die Spitze des Dorfes zu setzen.
Thureks Stärke liegt im Kriegsgeschäft, was er neben den Kämpfen um die Ingvaller Marschen auch beim Angriff Sadrak Whassois auf Albernia unter Beweis stellen konnte, als sein Gesicht von einem orkischen Kampfhund verunstaltet wurde. Gerne wird er auf diese Verwundung angesprochen und lädt den Nachfragenden auf einen oder anderen Thin mit köstlichem Beerenwein ein, woraufhin er mit ihm für längere Zeit in seinem Jolskrim verschwindet und alle Einzelheiten des Kampfes preisgibt. Thureks Begabung im Kriegswesen hat auch eine Kehrseite, die man von seinem Vorgänger Hjaldar gar nicht kannte – mit dem Handelsgeschäft kann er rein gar nichts anfangen. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da sich mit seinem Bruder Olvir ein fähiger Mann gefunden hat, der das florierende Geschäft fortführen und sogar ausweiten konnte.

Olvir Hardredson, Fernhändler

Olvir ist der Jüngere der Hardredson-Brüder, wenngleich nur zwei Winter die beiden Männer trennen. Bereits in Kindestagen fühlte er sich zu seinem Onkel Hjaldar stark hingezogen, verbrachte fortan viel Zeit mit ihm und konnte viel über den Handel mit Nahrungsmitteln lernen. Auch die fremdländischen Schiffe, die von Zeit zu Zeit in Svafdûn Halt machten brachten seine Augen zum Leuchten und er war stets forsch genug, auf eigene Faust die Schiffsmannschaft auszufragen, was sie denn alles an Bord hätten und wofür man die Waren denn brauchen würde.
So war es auch abzusehen, dass er als junger Bursche sein Lohn und Brot im Handel verdiente und fortan die Handelsgeschäfte der Leifswandtje-Sippe zunächst pro-forma und nach Weggang Hjaldars dann auch offiziell zu verantworten hatte. Er ließ eine zweite Knorr bauen und hat den Handel nahezu gänzlich auf den Seeweg verlagert, da er erkannte, dass Svafdûn aufgrund seiner Lage ein idealer Umschlagplatz für Güter aus dem Sijdan ist. Mit seinem Bruder Thurek pflegt er ein angenehmes Verhältnis, wenngleich beide von den Interessen her grundverschieden sind und man das Tun des Anderen zwar anerkennt, aber kein weitergehendes Interesse daran zeigt. Seit zwei oder drei Wintern ist Olvir desöfteren wieder an Bord seiner Knorren und begleitet manche Handelsfahrt selbst, während zuhause seine Tochter, Bryda Olvirsdottir, die Stellung hält. Olvir selbst sagt, dass, solange er noch die Gelegenheit dazu hat, er sein Heimatland nochmals in Gänze bereisen und auch persönliche Kontakte zu den Handelspartnern pflegen möchte – böse Zungen behaupten hingegen, sein Weib mache ihm zuhause das Leben schwer und er suche die Flucht in der Ferne...

Hjaldar Thurboldson, Kornmeister Thorwals

Der mittlerweile über 60 Winter zählende Hjaldar war lange Jahre Hetmann Svafdûns und hat dafür Sorge getragen, dass das Handelsgeschäft seiner Sippe erblühen konnte. In Kriegszeiten war er dann als Kornmeister gefragt und zeichnet seit nunmehr bald 10 Wintern für die gerechte Verteilung der Nahrungsvorräte über ganz Thorwal verantwortlich, zudem ist er Marktvogt von Overthorn, seiner neuen Heimat. Wenngleich er sich seiner Heimat Svafdûn und der Leifswandtje-Sippe noch sehr verbunden fühlt, hat er in Overthorn mit der Kornmeister-Ottajasko eine neue Gemeinschaft gefunden. Eine ausführliche Beschreibung Hjaldars findet sich hier. [Wiki-Link]

Kjaskar Tjalfson, Hersir der Leifswandtje-Sippe

Ein Urgestein des Dorfes ist der bald 70 Winter zählende Kjaskar, den man nur noch selten außerhalb des Jolskrim findet, in dem auch Hetmann Thurek sein Lager aufgeschlagen hat. Der Sippenälteste stand dem jungen Hetmann gerade in dessen Anfangszeiten mit seiner Erfahrung zur Seite und wurde lange Zeit als der „wahre“ Hetmann Svafdûns bezeichnet. Doch heute hat er sich längst aus dem Tagesgeschehen zurückgezogen und erfreut sich seiner noch verbleibenden Tage, die er mit seinen Enkeln und Urenkeln zubringt. Nur swafnirdags verlässt er für wenige Stunden sein Zuhause und darf auch von niemandem während dieser Zeit begleitet werden – was währenddessen geschieht, wird wohl ein Geheimnis bleiben, das er mit zu Swafnir nimmt.

Torfin Hermson, Hersir der Halaferd-Sippe

Torfin ist seit nunmehr 26 Wintern das Sippenoberhaupt der Halaferds und damit ebenfalls im hohen Alter. Seine Erscheinung ist geprägt von der Verwundung, die ihm einst, viele Winter ist es her, ein Troll zugefügt hat: Torfin fehlt der linke Arm. Über den Hergang dieses Ereignisses bewahrt der Alte bis heute Stillschweigen und ist auch sonst nicht sehr gesprächig und wenn er doch einmal redet dann meist nur zu dem Zweck, die nachfolgenden Generationen mit seinem Wissen eines Besseren zu belehren. In Anbetracht seines Alters und seiner Behinderung ist Torfin jedoch noch recht beweglich und nahezu jeden Tag im Ort und auf den Viehweiden der Sippe unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. Den Konflikten der Seinigen mit den Leifswandtjes geht er schon lange Zeit aus dem Weg, das sollen nur die Jungen unter sich ausmachen, betont er von Zeit zu Zeit.

Thinskari des Hetmanns

Die organisierte Thinskari, heute aus 15 Mannen der Leifswandtje-Sippe bestehend, gibt es erst seit Hetmann Thureks Amtsantritt. Zu Hjaldars Zeiten waren bewaffnete Recken so gut wie nie vonnöten und wenn doch einmal ein kleiner Orktrupp sich bis nach Svafdûn verirrte, griffen die starken Mannsbilder zu ihren Äxten und sorgten für Ruhe.
Mit Eintreten des Kriegszustandes in Südthorwal änderte diese Situation sich jedoch drastisch, so dass Thurek damit begann rund 30 junge und kräftige Bewohner in Angriff und Verteidigung auszubilden. Diese Einheit sollte vornehmlich dem Schutz des Dorfes dienen, doch waren sie schließlich auch in den Ingvaller Marschen aktiv und trugen zur Rückeroberung der besetzten Gebiete bei. Auch der Orkangriff auf Albernia kurze Zeit später bot der Thinskari erneut Gelegenheit zum Eingreifen, wobei sogar drei Rekker zu Swafnir gingen. In den seitdem eingetretenen friedlicheren Zeiten wurde die Thinskari wieder auf 15 Mannen, alle Mitglieder der Leifswandtje-Sippe, reduziert, die vornehmlich ihre Runden im Ort drehen, auf dem Markttag für Ruhe und Ordnung sorgen und die Handelsfahrten Olvirs ab und an begleiten.

Handel und Wandel

Landwirtschaft

Was Garetien für das Mittelreich, das ist Südthorwal für Neu-Hjaldingard: die Kornkammer des Landes. Das vergleichsweise milde Klima im Süden erlaubt die Nutzung der fruchtbaren Böden für den Ackerbau, was auch in Svafdûn intensiv betrieben wird und den meisten Dörflern ein Auskommen sichert. Rund um Svafdûn sind unzählige Äcker angelegt, auf denen überwiegend die Mitglieder der Leifswandtje-Sippe sowohl Getreide wie auch gängige Gemüsesorten anbauen. Einen Großteil der Getreideproduktion macht der Dinkel aus, den die Thorwaler überhaupt erst nach Aventurien gebracht haben und ihn sowohl zum Backen von Brot, als auch für die Herstellung von Bier und Schnaps (Waskir) sowie als Futter für ihre Pferde verwenden. In nicht ganz so warmen Sommern wird er als Grünkern geerntet und muss noch aufwändig getrocknet werden. Ebenfalls baut man in Svafdûn Gerste an, die in salzigen und feuchten Böden recht gut gedeiht – so lange es nicht vermehrt zu Bodenfrost kommt, der schon so manche Gerstenernte und damit einen wichtigen Bestandteil der Bierherstellung vernichtet hat. Das ist auch der Grund, warum dieses Getreide nur in kleineren Mengen angebaut wird und man dem weniger empfindlichen Hafer den Vorzug gibt. Anders als in getreidereichen Gegenden wird letzterer hier aber nicht nur zur Tierfütterung verwendet, sondern auch als Brei und Mus, seltener als Brot gegessen.
An Gemüse baut man den gängigen Bauernkohl an, der bei vielen Familien oft auf den Tisch kommt und durch Säuerung und untererdige Lagerung haltbar gemacht und damit auch auf längeren Seefahrten mitgeführt werden kann. Daneben sind Rüben recht verbreitet und können sowohl als Beigabe zu anderen Gerichten verkocht, wie auch als Rübensirup verzehrt werden. Wie in fast allen aventurischen Regionen wird auch die Zwiebel kultiviert, wenngleich fast nur zum Eigengebrauch.
Eine andere Form der Landwirtschaft ist die Tierhaltung, der sich vor allem die Halaferd-Sippe widmet. Das umgebende Heideland eignet sich gut für die Haltung der Premer Mähnenschafe, aus denen für die langen Winter wichtige Schafwolle gewonnen wird. Außerdem geben sie etwas Milch und damit die Grundlage für einen deftigen Schafskäse, der vor allem bei den besser situierten Bewohnern im Ausland auf der Speisekarte steht. Kühe werden lediglich von einzelnen Familien für den Eigenbedarf an Milch gehalten. Nicht zuletzt sei jedoch die Schweinehaltung der Halaferds erwähnt, die sehr viel wert auf ordentliche Haltung ihrer Tiere legt, sind sie doch die Grundlage für den weithin bekannten und wohlschmeckenden Svafdûner Landschinken.
Der gezielte Anbau von Obst ist in Svafdûn nicht gängig, so dass man für die Sammlung von Trollbirnen oder verschiedenen Beerensorten einen Ausflug in den Wald unternimmt. Dort finden man mit Wacholder auch ein beliebtes Gewürz und Räuchermittel für Fisch und Fleisch. In jüngerer Zeit haben einige Familien den Verkauf von Walnüssen an Händler aus dem Sijdan für sich entdeckt und verdienen sich damit ein nettes Zubrot, das sie zuletzt in die Pflanzung neuer Bäume entlang der Küstenstraße nach Lerpin hin investierten.

Fischerei

Was wäre eine thorwalsche Siedlung ohne ihre Fischer. So wird auch in Svafdûn von einigen Familien ausgiebig Fischfang betrieben, der seinen Höhepunkt im Fara- und Vinmond findet, wenn alle verfügbaren Boote auf der Suche nach dem fettreichen Olporter Hering sind. Dieser wird sogleich ausgenommen und reichlich eingesalzen, auf dass er über den folgenden Winter hinaus haltbar wird. Die Kunst der Salzheringsproduktion haben einige nostrische Familien vor viele Generationen auch nach Svafdûn gebracht. Prembutt, Salzarele und Thunfisch werden für gewöhnlich frisch zubereitet, wohingegen man den Aal gerne durch Räucherung mit Wacholder haltbar macht und für gutes Geld an die Händler verkauft.
Süßwasserfische oder Flusskrebse werden eher selten gegessen, da der Fang mangels eines nennenswerten Flusses in der näheren Umgebung zu aufwändig ist und man mit Efferds Gaben ja auch so reich gesegnet ist.

Handwerk

Das Handwerk spielt in Svafdûn eine eher untergeordnete Rolle, was insbesondere mit dem zunehmenden Bedeutungsverlust der Küstenstraße Thorwal-Salza als Handelsachse einherging. Heute sind die noch bestehenden Gewerke stark mit der örtlichen Landwirtschaft verbunden. So verdankt der ansässige Müller dem hohen Getreideertrag der umliegenden Felder sein Auskommen, obwohl sein Geschäft schon einmal besser war, als es in Svafdûn noch eine eigene Backstube gab. Diese ist mit dem Tod des alten Bäckers weggefallen, wenngleich der ansässige Konditor nun eine kleine Auswahl an Broten mitbackt. Dessen Hauptgeschäft sind jedoch die vielfältigen Spezereien, derer man sich in der Umgebung großer Beliebtheit erfreut.
Von der Schweinezucht der Halaferds lebt ein Gerber, der mit großer Leidenschaft feinstes Schweinsleder herstellt, das in den nördlicheren Gefilden Thorwals recht gefragt ist. Die Ausdünstungen seiner Tätigkeit haben ihm ein kleines Gehöft etwas östlich des Ortskerns beschert, was den alten unverheirateten Eigenbrötler jedoch in keinster Weise stört. Auch der Schuster ist schon seit mehreren Generationen hier ansässig und leicht dadurch zu erkennen, dass er stets ohne Schuhwerk unterwegs ist – eine Eigenart, die einer alten Mär aus früheren Zeiten zugeschrieben wird (Wiki-Link: Der Schuster von Svafdûn).
Der wohl bekannteste Handwerker am Ort ist der Fleischer Torfin Wulfenson, dessen Familie sich vor vielen Wintern aus Andergast kommend in Svafdûn niederließ. Neben Lamm- und Schweinefleisch stellt er den weithin bekannten würzigen Svafdûner Landschinken her, dessen herrlich rauchiger Duft so manchen Reisenden schon direkt vor seine Haustür geführt hat. Von Olport bis Havena hat der Schinken, dessen Geschmacksgeheimnis in der besonderen Art der Räucherung liegt für die neben Wacholder mindestens ein weiteres „geheimes“ Räuchermittel verwendet wird, seine Freunde gefunden. Von Zeit zu Zeit ist der älteste Sohn Torfins, der wohl eines Tages die Fleischerei fortführen wird, für einige Wochen unterwegs um die gehütete Zutat zu besorgen.
Die Mähnenschafe der Halaferds geben neben vorzüglichem Fleisch auch eine gute Wolle ab, welche die Sippe auch in Eigenregie weiterverarbeitet – sowohl ein Tuchfärber als auch ein Schneider gehören dem Bund an.
Mehr schlecht als recht läuft schließlich die Schmiede von Jurge Vandradson, einem Mitglied der Leifswandtje-Sippe. Die Zeiten, in denen große Handelszüge den Weg von Süden nach Thorwal suchten sind längst vorbei und schon oft hat Jurge überlegt es bleiben zu lassen, zumal sein einziger Sohn sich dem Ackerbau verschrieben hat. Doch auf seine alten Tage hin begnügt er sich nun augenscheinlich damit, den ein oder anderen Pflug zu richten und den Lasttieren die Hufe zu beschlagen.
Ein für diese Region eher untypisches Handwerk betreibt die Seifensiederin Thora, die sich unweit des Hafens niedergelassen hat und zugleich ein Badehaus unterhält. Nicht dass Thorwaler die Seife nicht kennen würden, doch ist es die Art der Herstellung, die im Ort immer wieder für Kopfschütteln und reichlich Spott sorgt: neben Tran und Schweinefett setzt Thora ihren Produkten verschiedene Duftmittelchen zu, die für angenehme Gerüche sorgen sollen. Die Bewohner Svafdûns halten recht wenig von diesen neumodischen Seifen, schließlich stinke man nach deren Anwendung wie eine ganze Schiffsladung Horasier, doch die von Zeit zu Zeit anlegenden Fernhändler aus dem Süden scheinen den Duftseifen gar nicht so abgeneigt zu sein.

Handel

Wie schon die örtlichen Handwerker, so haben auch die kleinen Händler mit dem stark zurückgegangenen Warenverkehr über Land zu kämpfen. Ein leidlich sortierter Krämer findet sich unter dem Dach der Taverne „Swafnirs Stolz“. Seit ein nostrischstämmiger Händler vor rund 10 Wintern samt Familie wieder in seine alte Heimat zurückgekehrt ist und, wie man hört, dort gute Geschäfte macht, hat auch der Krämerladen die nötigsten Ausrüstungsgegenstände wie Seile, Haken, Zelte oder Pechfackeln im Sortiment. Der Laden wird von der Wirtsfrau der Taverne lediglich nebenbei betrieben, was wohl auch der Grund für die schlechte Sortierung ist – aber immerhin das Bestehen des Geschäfts sichert.
Die Halaferds handeln auch mit den von ihnen hergestellten Tuchen und Kleidungsstücken, die in einem kleinen Laden erworben werden können, aber auch für Fernhändler zum Verkauf stehen. Da diese mit dem Ausbau der Handelsaktivitäten von Olvir Hardredson jedoch nicht mehr so oft wie noch vor ein paar Wintern in Svafdûn anlegen, behilft man sich, indem man desöfteren auf Märkten in der Umgebung – Efferdûn oder Kendrar seien nur beispielhaft genannt – die Waren anpreist. Ein Verkauf über Olvir, der bekanntlich der rivalisierenden Leifswandtje-Sippe angehört, würde den Halaferds jedoch im Leben nicht einfallen, dafür ist der Stolz der Sippe zu groß.
Dennoch sind es die Leifswandtjes und insbesondere Olvir Hardredson, die den Handel in Svafdûn dominieren. Mit der Erzeugung und dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte hat man sich mit harter, schweißtreibender Arbeit ein einträgliches Geschäft aufgebaut, das den ganzen Stolz der Sippschaft ausmacht.
Svafdûn hat sich zu einem kleinen Umschlagplatz zwischen Nord und Süd für verschiedene Waren herausgeputzt, wobei der Handel mit Nahrungsmitteln immer noch das Hauptgeschäft ausmacht. Zum Einen werden die lokalen Getreideerzeugnisse, aber auch der Landschinken und Leder in die nördlicheren Regionen Thorwals verkauft und finden dort guten Absatz. Um die Schiffe nicht leer durch die Gefilde Nordaventuriens fahren zu lassen, werden im Gegenzug Spezialitäten der angefahrenen Regionen, wie das bekannte Premer Feuer, der Waskirer, Met aber auch Pelze und Zunderschwämme zugeladen. Diese Waren schließlich lagert Olvir für eine kurze Zeit in einem Warenlager ein, das direkt am Hafen von Svafdûn – von stets zwei Kämpfern der Thinskari bewacht – liegt. Die regelmäßig aus Nostria, Albernia, Windhag und auch dem Horasreich eintreffenden Fernhändler steuern desöfteren auch Svafdûn an, um diese Handelswaren schließlich an Bord zu nehmen. Neben den Transitwaren werden auch lokale Erzeugnisse wie der schon genannte Landschinken, Lederwaren, geräucherter und gesalzener Fisch, Schafskäse und auch die eine oder andere Duftseife in den Süden verkauft. Im Gegenzug übernimmt Olvir seltene Erzeugnisse aus südlicheren Regionen wie verschiedene Gewürze, Roggen, aber auch Keramik- und Eisenwaren für den Eigenbedarf sowie den Weiterverkauf nach Nordthorwal in sein Lager. Insbesondere der Transithandel hat sein dem Ende der Streitigkeiten mit Nostria und dem Horasreich wieder stark an Bedeutung gewonnen und sichert dem Bruder des Hetmanns ein gutes Auskommen.
Neben dem Lagerhaus am Hafen betreibt Olvir auch ein kleines Ladengeschäft im Ort, das sowohl die Erzeugnisse der Sippe, als auch manch eingekaufte Importware im Angebot hat und daher für umliegende Weiler eine wichtige Quelle für Nahrungsmittel und Gewürze darstellt. Da man sich seit einiger Zeit ausschließlich auf den Seehandel konzentriert, ist Olvir im Besitz zweier Knorren, mit denen er den Handel gen Norden in Eigenregie betreibt und dazu auch eine Besatzung von rund 25 Mann unterhält. Da dieser Schiffstyp aufgrund der offenen Lagerung der Waren an Deck alles andere als optimal für den Transport von Getreide ist, muss das Korn in einem aufwändigen Verfahren für die Fahrten vorbereitet werden: ein Teil der Ladung wird in einem Ofen gedörrt und nach dem Abkühlen unter das restliche Korn gemischt, damit es dessen Feuchtigkeit verzehrt und es so trockener macht. Nur so lässt sich der Schaden, den das Meerwasser und die Feuchtigkeit dem Getreide antun können, im Zaum halten. Diesen Hürden zum Trotz ist der Kornhandel zur See ein einträgliches und wichtiges Geschäft, da viele Orte im Norden Thorwals sonst kaum Zugang zu Grundnahrungsmitteln wie Brot oder Brei hätten.

Gastgewerbe

Für den Reisenden hält Svafdûn eine Taverne sowie eine Herberge bereit, die sich über die Zeit gut erhalten haben. Die Taverne „Swafnirs Stolz“ liegt nahe dem Tor zum Hafen und zur Küstenstraße und birgt auch den bereits weiter oben beschriebenen Krämerladen unter ihrem Dach. Wirt Toran bietet rund 40 Gästen Platz und hat lokale Spezialitäten wie gebratenes Lamm- oder Schweinefleisch ebenso im Angebot wie diverse Variationen von der Salzarele und das klassische Bauernkohlmus. Den überwiegend heimischen Gäste steht dank des Handelsgeschäftes der Leifswandtjes eine breite Auswahl an Schnäpsen bereit, ebenso wie Met und ein etwas fad schmeckendes Bier. Umso besser und auch gerne getrunken ist hingegen der Beerenwein, den Toran einmal im Jahr selbst herstellt. Die Herberge „Hetmanns Rast“, einzige öffentlich zugängliche Schlafstatt für Reisende, liegt am sijdlichen Ende Svafdûns. Neben Platz für rund 30 Personen im Gastraum stehen auch zwei Schlafsäle und einige Doppelzimmer in den beiden Obergeschoßen zur Verfügung, die jedoch seit einigen Wintern nicht mehr renoviert wurden. Hier finden sich überwiegend Durchreisende, sowie Besatzungen von Handelsschiffen, die über Nacht in Svafdûn vor Anker liegen, ein. Damit lässt sich ganz gut leben, zumal die zweite Herberge des Ortes vor nicht allzu langer Zeit schließen musste, als die durchreisenden Händler ausblieben und der Krieg um Kendrar und die Ingvaller Marschen ausbrach. Ansonsten ist die Herberge überwiegend Treffpunkt für Mitglieder der Halaferds, die „Swafnirs Stolz“ zu ihrer Schänke auserkoren haben. Beide Gasthäuser werden übrigens – trotz ihrer thorwalschen Namen – schon immer von Familien nostrischer Abstammung geführt.
Das Badehaus der Seifensiederin Thora wird trotz der Abschätzigkeiten die man ihren Waren entgegenbringt, von Einheimischen wie Gästen gerne genutzt. In den Sommermonden hat man gar die Möglichkeit ein Bad im Freien zu nehmen und dabei den Ausblick auf den Küstenstreifen und das Siebenwindige Meer zu genießen.
Einen Heilari per se gab es in Svafdûn lange nicht, was im Regelfall auch nicht weiter problematisch war, da jede größere Sippe bzw. Familie jemanden hatte, der leichte Krankheiten und gängige Wunden behandeln kann. Der Zähigkeit eines Thorwalers zum Trotz ist es schon vorgekommen, dass für die Behandlung von komplizierten Knochenbrüchen und schweren Fiebern der Heilari aus Nehult geholt wurde, um nicht den Kranken nicht der alleinigen Gnade der Götter ausliefern zu müssen. Seit Einsetzen des Krieges um Kendrar und die Ingvaller Marschen hat sich eine Peraine-Priesterin in Svafdûn niedergelassen und stellt ihre profunden Heilkünste den hilfebedürftigen Bewohnern zur Verfügung.

Markttag

Am dritten Firunsdag eines jeden Mondes wird am breiten Strand von Svafdûn ein öffentlicher Markt abgehalten. Hierzu finden sich neben den örtlichen Händlern – allen voran Olvir Hardredson – auch solche aus den umliegenden Ortschaften ein, um ihre lokalen Waren feilzubieten oder aber solche Güter anzubieten, die es in Svafdûn schlicht nicht gibt. Neben Rindern und Kühen von Viehbauern aus nahen Weilern gibt es beispielsweise den Varnheimer Holzfisch, eine Art des Stockfisches, den man hier selbst nicht zubereitet, zu erstehen. Alle Gebrauchsgegenstände, die man im örtlichen Laden nicht erstehen kann werden von einem reisenden Krämer angeboten, der mit einem umgebauten Fischerboot regelmäßig hier anlegt.
Auch der eine oder andere Skalde verirrt sich an solchen Tagen nach Svafdûn und versucht mit seinen Sängen und Geschichten die Marktteilnehmer zu unterhalten. Ein Barbier ermöglicht es den Bewohnern, ihre Haar- und Bartpracht zu stutzen, sofern sie das nicht ohnehin – der Sparsamkeit wegen – selbst tun. Auf einen Marktzehnt verzichtet Hetmann Thurek, da er es genießt, wenn in dem sonst eher ruhigen Dorf zumindest für ein paar Stunden wieder geschäftige Betriebsamkeit einkehrt.

Tempel und Schreine

Swafnir-Tempel

Das Jolskrim, in dem der Swafnir-Tempel untergebracht ist, zählt sicherlich zu den auffälligsten Gebäuden im Ort. An beiden Enden ragt auf dem First des Langhauses ein stilisierter geweißter Pottwal in die Höhe und symbolisiert jedem den Zweck dieses Langhauses. Auch die Türen und Tore sind reich verziert und geben Eindrücke wieder, wofür die Gottheit der Thorwaler steht. Im Inneren findet sich eine große Halla, in der zum Gedenken an den Gott ebenfalls Opfergaben und Trophäen an den Wänden hängen. Wenn das Wetter eine Dankesfeier am Strand nicht erlaubt, weicht man in diese Stätte aus, wobei die Mitglieder der rivalisierenden Sippen Svafdûns es vermeiden allzu nah beieinander zu stehen und sich daher strikt im Betraum verteilen. Bewohner südlicher Abstammung sind eher selten hier anzutreffen, sind sie doch im Glauben an das Pantheon der Zwölfgötter aufgewachsen und beehren daher eher den Travia-Tempel sowie neuerdings auch den Schrein der Göttin Peraine.

Travia-Tempel

Die Göttin Travia wird von den Thorwalern ebenfalls sehr geschätzt, weshalb zu ihren Ehren ein Langhaus errichtet wurde. Dieses wird von den beiden ansässigen Geweihten jedoch weniger für Messen genutzt (diese finden meist im Freien statt), sondern als Ort der Unterweisung der Dorfjugend, die stets für eine rege Betriebsamkeit sorgt. Weitgereiste Fremde, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen, sind hier immer gern gesehen. Neben einem abgetrennten Unterrichtsraum sind unter dem Dach des Langhauses Platz für einen Ruhe- und Betraum, sowie für den dürftigen Wohnraum der beiden Geweihten. Letztere sind über die zerstrittene Dorfgemeinschaft nicht sonderlich erfreut, da es der Wille der Göttin sei, die Treue zur Gemeinschaft zu stärken und zu zelebrieren. Der Unterricht an den Kindern Svafdûns steht daher nicht selten auch im Zeichen der Entwicklung und Festigung eines Gemeinschaftsgefühls.

Peraine-Schrein

Eine ehemalige Holzbaracke, die zu Kriegszeiten als Notlager für Flüchtlinge aus den Ingvaller Marschen genutzt wurde, wird von einer Peraine-Priesterin aus Nostria noch heute als Unterkunft und Bethaus genutzt. Durch die Svafdûner südlicher Herkunft finden ihre Messen kräftigen Zulauf und die Sympathien der thorwalstämmigen Einwohner sichert sie sich durch ihre profunden Heilkünste. Peraine als Göttin des Ackerbaus ist unter den Thorwalern nur wenigen bekannt, wenngleich die Priesterin sich redliche Mühe gibt, diese Anschauung unter den Bewohnern zu verbreiten. Die Priesterin hat Gefallen am Leben im Küstendorf gefunden und scheint trotz des lange beendeten Krieges nicht mehr in die alte Heimat zurückgehen zu wollen.

Dorfleben

Das Leben in Svafdûn ist sehr von den zwei großen Sippen, den Leifswandtjes und den Halaferds geprägt, da ansonsten kaum nennenswerte Großfamilien im Ort ansässig sind.
Bekanntermaßen sind die Svafdûner recht streitbare Gesellen, da neben den beiden ansässigen Sippen auch etliche Familien ihre Zwistigkeiten seit Generationen mit sich herumtragen. Dabei soll es vorkommen, dass mancher gar nicht mehr so recht weiß, warum man den Nachbarn nicht ausstehen kann – aber da es schon immer so war, wird es schon seine Richtigkeit haben. Da man letztlich aber doch einem gemeinsamen Volk angehört, sind bei Festlichkeiten – von wenigen weiter unten genannten Ausnahmen abgesehen – alle Sippen und Familien anzutreffen – was aber nicht ausschließt, dass man die Konkurrenten auf die eine oder andere subtile Art und Weise zu diffamieren sucht. Insbesondere die junge Generation macht sich daraus einen Spaß und legt oftmals viel Herzblut in die Vorbereitung gezielter kleiner Sticheleien. Ab und an soll es auch vorkommen, dass mit steigendem Konsum vom Premer Feuer kleine Handgreiflichkeiten unter den Bewohnern ausbrechen – diesen wird jedoch vom Hetmann und seiner Thinskari recht schnell Einhalt geboten, da die Leifswandtjes – von den Halaferds abgesehen – von den meisten Dorfbewohnern akzeptiert werden. Die offensichtliche Streitlust der Svafdûner zeigt sich auch im Ortsbild: neben den bereits erwähnten zahlreichen Schmähsteinen dürfte auch die auffallende Weitläufigkeit des Dorfes mit den großen Abständen zwischen einzelnen Häusern auf diesen Umstand zurückzuführen sein.
Natürlich gibt es neben all den Zwistigkeiten auch freundschaftliche Beziehungen zwischen manchen Familien, doch sind diese eher Randerscheinungen. Manche, wie beispielsweise die Wulfensons verhalten sich gezwungenermaßen neutral, da ihr wirtschaftlicher Erfolg davon abhängt. Die Fleischerfamilie muss sowohl ein brauchbares Verhältnis zu den Halaferds pflegen, die ihnen die Tiere für ihre Schlachtungen liefern. Auf der anderen Seite stehen aber auch die Leifswandtjes mit ihrem Handelsgeschäft, ohne das die vielen Svafdûner Landschinken niemals über die Region hinaus bekannt geworden wären. So hält man sich schließlich vornehm zurück und lässt die beiden Fraktionen ihren Ärger untereinander austragen.

Von dieser Situation geprägt ist freilich auch der Umgang mit den reichlich vorhandenen Festtagen der Region. Während man das Neujahrsfest und den Tag des Wassers meist in der Dorfgemeinschaft mit buntem Treiben gemeinsam am breiten Strand feiert, wird Sumarblot nur im engsten Sippen- oder Familienkreis begangen, wobei die sonst üblichen gegenseitigen Einladungen meist ausbleiben. Bei der Wintersonnwende am ersten Tag des Grimfrostmondes ist es gar so, dass man auf das Austreiben des Winterunholds verzichtet, da es schon zu recht gewaltsamen Jagden der Dorfjugend gekommen ist, bei denen mancher Unhold schwer verwundet wurde.
Die Dankesfeste werden meist auch nur von demjenigen Teil der Dorfgemeinschaft gefeiert, die direkt betroffen sind: so ist das Erntefest zu Beginn des Kornmondes lediglich bei den Leifswandtjes ein besonderer Tag, wohingegen bei der Schafschur im Vinmond die Halaferds ein rauschendes Gelage veranstalten. Mitunter kam es vor, dass die Feierlichkeiten von Mitgliedern der gegnerischen Sippe beispielsweise durch Entzündung großer Haufen feuchten Holzes und der daraus folgenden starken Rauchentwicklung empfindlich gestört wurden. Das Fischerfest wird entsprechend nur von den Fischerfamilien zelebriert.
Der Tag der Heimkehr wird seit kurzem am 6. Schlachtmond eines jeden Jahres gefeiert, da an diesem Tag im Jahr 2.653 nach Jurgas Landung der Friedensvertrag zwischen Thorwal und dem Horasreich unterzeichnet wurde. Hier hat sich ein Brauch, der sonst nur im Waskirer Hochland bekannt ist, auch in Svafdûn eingebürgert: anstatt die Gemeinschaft zu bekräftigen, wird zu diesem Fest die Fehde der beiden großen Sippen erneuert. Es mag zwar Schwierigkeiten bereiten, sich der genauen Gründe für die Zwistigkeiten zu erinnern – nichtsdestotrotz schwört man aber jedes Jahr aufs Neue, die Fehde auch im folgenden Winter zu verfolgen.

Beziehungen

Ljasdahl (Hjalland)

Gute Beziehungen pflegt man seit Langem nach Hjalland und insbesondere zu den Ljasdahlern. Hjaldar Thurboldson, der vormalige Hetmann Svafdûns und nun Kornmeister Thorwals und Marktvogt von Overthorn, ist ein guter Freund von Thurgan „Eichenfuß“ Jörgeson, dem Hetmann der Ljasdahler Windbrummer-Ottajasko. Durch einige gemeinsame Feste in früherer Zeit haben sich freundschaftliche Bande zwischen vielen Bewohnern der beiden Orte entwickelt, so dass auch nach dem Weggang Hjaldars immer noch ein angenehmes Verhältnis herrscht. Unvergessen auch das rauschende Abschiedsfest Hjaldars, bei dem die Hjalländer ihm einen reich beschnitzten und aus verschiedenfarbigen Hölzern zusammengesetzten „Kornmeister-Thron“ überreichten. Auch im Handel sind die beiden Ortschaften noch stark verbunden, da regelmäßig ein Teil der Hjalländer Schweinezucht zur Verarbeitung nach Svafdûn verschifft wird.

Ardahn (Hjaldingolf)

Zu Hetmann Hjaldars Zeiten hegte man in Svafdûn auch gute Kontakte nach Ardahn, einem Küstendorf am Hjaldingolf. Hjaldar und der dortige Hetmann Swafwoul Dagier hatten bereits Seite an Seite gekämpft und fortan eine dicke Freundschaft gepflegt. Im Jahre 2.652 nJL ging Swafwoul bei einer Wolfshatz jedoch in Swafnirs Reich, was etwa in die Zeit fiel, als Hjaldar den Ort gen Overthorn verließ. Unter den neuen Hetleuten in beiden Orten ist die Beziehung eingeschlafen, wenngleich der Ort noch ab und an von den Handelsschiffen der Leifswandtjes angefahren wird.

Kendrar und die Ingvaller Marschen

In jüngerer Zeit, von Beginn des Krieges um Kendrar und die Ingvaller Marschen an, haben der Ort Svafdûn und mit ihm vor allem Hetmann Thurek und seine Thinskari eine gewisse Bekanntheit in den Dörfern und Städten dieses Gebietes erlangt. Dies liegt zum Einen an der Unterstützung, die man in den Kämpfen bei der Rückeroberung Kendrars, vor Ort geleistet hat. Hinzu kam die Aufnahme von rund 100 Flüchtlingen aus der umkämpften Gegend, die von den Svafdûnern Holzhütten und reichlich Nahrung zur Verfügung gestellt bekamen. Als Dank spendiert Eldgrimm „der Weise“ Oriksson, Hetmann von Kendrar, seitdem zu jedem Tag der Heimkehr zwei Fässer Premer Feuer für die Dorfbewohner. Daneben darf man sich natürlich auch in der Gewissheit wiegen, selbst Hilfe von den befreundeten Dörfern, Sippen und Ottajaskos zu erhalten, wenn es in Svafdûn eines Tages „brennen“ sollte.

Besonderheiten und Mysterien

Die Ortbeschreibung des Küstenortes Svafdûn soll mit der Vorstellung von Besonderheiten abschließen, die man im und um den Ort finden kann.

In einer unauffälligen Kate direkt am Rande der östlichen Palisade bezieht in den Sommermonaten ein Magister der Thorwaler Hellsichtsakademie seine Unterkunft, um Trollparaphernalia zu sammeln, die als alchemistische Ingredienzien hochbegehrt sind. Als bekanntestes Beispiel dient die Trollspucke, ein wichtiger Bestandteil des Kraftelixiers. Für die Suche nach solchen Zutaten eignet sich Svafdûn als Ausgangsort ganz vorzüglich, da die Trolle im südlichen Thorwal leichter anzutreffen sind als anderswo. Sie leben für gewöhnlich in verborgenen Siedlungen und lassen sich nur an bestimmten Orten, Steinkreise oder Höhlen beispielsweise, ab und an öffentlich sehen. Man munkelt jedoch, dass der Magus eine dieser Siedlungen kennen würde, wobei sich bislang niemand dazu überwunden hat, ihn darauf anzusprechen. Die Dorfbewohner stehen dem Magus aufgrund seiner übernatürlichen Kräfte eher skeptisch gegenüber und lassen ihn daher seinem Werk nachgehen. Auch befürchtet man, dass er eines Tages den Groll einer ganzen Trollsippe auf sich ziehen könne und wünscht sich, er würde den Ort verlassen. Doch hat bislang noch keiner der abergläubischen Thorwaler den Schneid gehabt, ihm mit dieser Forderung offen gegenüber zu treten...

Die Vorsicht gegenüber diesen Wesen rührt daher, dass vereinzelt Trolle aus der Umgebung bei den Bauern auftauchen und sich wie selbstverständlich ihren Anteil an den Felderträgen holen, den sogenannten ‚Trollzehnt’. Da sie aber zumeist friedlich sind und von den Svafdûnern mit dem nötigen Respekt behandelt werden, kann es dem erstaunten Reisenden im Winter auch einmal passieren, dass er neben dem Travia-Tempel sitzend einen solchen Troll vorfindet, der genüsslich aus einem großen Kessel die warme Suppe schlürft, die die Geweihten gekocht haben. Nicht alle Trolle machen sich die Mühe, die menschliche Sprache zu sprechen, doch wenn sie es tun und bei guter Laune auch mal eine Geschichte brummeln, lauscht man ihnen mit Begeisterung.

Eine Besonderheit ganz anderer Art sind die rund fünf bis acht Spann hohen Runensteine, die sich in und um Svafdûn öfter als anderswo in Thorwal finden. Auf den ersten Blick mag ein Besucher ehrfürchtig staunen ob der vielen ruhmreichen Taten, welche die Bewohner schon verbracht haben müssen, um auf eine solche Vielzahl an Denkmälern blicken zu können. Doch ein zweiter Blick verrät alsbald, dass es sich eben nicht, wie man es erwarten würde, stets um Wertschätzungen außergewöhnlicher Ereignisse handelt – die Steine bilden meist Szenen ab, die denjenigen, dem der Stein gewidmet ist, in unvorteilhaften, ja gar lächerlichen und manchmal auch beleidigenden Situationen zeigen. Daher spricht man hier auch von ‚Schmähsteinen’, die den genau gegenteiligen Zweck eines traditionellen Runensteins erfüllen sollen. Wer die Ausführungen über die Bewohner und das Dorfleben aufmerksam gelesen hat, wird sich auch denken können, warum gerade hier so viele dieser symbolischen Schmähsteine stehen. Einer dieser Schmähsteine zeigt beispielsweise Hetmann Thurek, wie er vor einem Hund niederkniet und augenscheinlich um Milde bettelt – wohl eine Anspielung auf den Kampf, bei dem Thurek von einem orkischen Kampfhund das Gesicht verunstaltet wurde, als er mit seiner Thinskari in Albernia gegen die Schergen Sadrak Whassois kämpfte.

--- Autor: Johannes Beier, mit großem Dank an Volkmar Rösner für einige Anregungen

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